Steckbrief
Lage: Saint-Léonard, Kanton Wallis, Schweiz
Art: natürlicher unterirdischer See
Länge: 260 m
Mittlere Tiefe: 4 m
Breite: 29 m
Fläche: 6’000 m²
Höhe: 509 m.ü.M
Geschichte
Der See entstand vor vielen Jahrtausenden während der letzten Eiszeit. Während dieser Zeit war die Region von mächtigen Gletschern bedeckt. Als das Klima sich erwärmte und die Gletscher schmolzen, bildeten sich riesige Schmelzwasserseen. Einer dieser Seen befand sich in der Gegend von St. Leonard. Das Schmelzwasser hatte eine hohe Konzentration an Sedimenten und Gesteinsmehl, das von den sich bewegenden Gletschern abgetragen wurde. Diese Sedimente lagerten sich am Boden des Sees ab und bildeten im Laufe der Zeit eine dicke Schicht aus Ton und Sand. Nach dem Ende der Eiszeit zogen sich die Gletscher zurück und der Schmelzwassersee verschwand. Allerdings blieb die dicke Schicht aus Ton und Sand erhalten, die den Untergrund des heutigen Sees bildet. Im Laufe der Jahrhunderte drang Grundwasser durch die poröse Gesteinsschicht und sammelte sich unter der Ton- und Sandschicht. Dadurch entstand der unterirdische See von St. Leonard.
1943 wurde die Höhle erstmals von Jean-Jacques Pittard, einem Höhlenforscher aus der Schweiz, zusammen mit Jacques Della Santa erkundet. Zu dieser Zeit lag der Wasserspiegel in der Höhle einige Meter höher als heute und erreichte fast die Decke. Dann, am 25. Januar 1946, ereignete sich in der Nähe von Sierre ein Erdbeben mit einer Stärke von 5,5 bis 6 auf der Richterskala. Das Erdbeben veränderte die hydrologischen Bedingungen der Höhle und ihrer Umgebung, was zu einem Absinken des Seespiegels führte. Die Höhle selbst besteht aus Gips, Schiefer und Marmor. Tierische Bewohner gibt es beim See nicht. Nur Fledermäuse kamen bereits früh auf natürlicher Weise in der Höhle vor. Später wurden dann auch Forellen durch die Betreiber der Schifffahrt angesiedelt.
Die geologischen Veränderungen beeinflussten die Entstehung des Lac Souterrain.
- Eiszeitliche Gletscher: Die Gletscher bewegten sich langsam und trugen große Mengen an Gestein, Sedimenten und Schutt mit sich.
- Ablagerungen und Sedimentation: Diese Sedimente bildeten im Laufe der Zeit eine dicke Schicht aus Ton, Sand und Geröll in der Umgebung des Sees.
- Grundwasserzirkulation: Grundwasser drang durch die poröse Gesteinsschicht und die abgelagerten Sedimente. Das Grundwasser sammelte sich unter der Erdoberfläche an und bildete den unterirdischen See.
- Erdbebenaktivität: Das Erdbeben von 1946 in der Nähe von Sierre führte beispielsweise zu Veränderungen im Wasserstand des Sees, als der Boden und das umgebende Gestein erschüttert wurden.