4. Tag: Geführte Wanderung durchs Leukerfeld

Am letzten Tag unserer Studienreise haben wir die Chance gehabt, durch die Führung des Biologen Ralph Imstepf einen Einblick in das Ökosystem Felsensteppe zu bekommen. Wir sind von Turtmann bis nach Leuk gewandert und waren insgesamt 5 Stunden unterwegs.

Dabei haben wir unsere 5 Sinne eingesetzt.

Sehen

Wir konnten mithilfe unserer Feldstecher zahlreiche Vögel beobachten; insbesondere die farbenfrohen Bienenfresser. Hinter einer Wand mit Gucklöchern konnten wir ihnen diskret beim Nisten zuschauen.

Beobachtung mit Feldstechern
Beobachtung des Bienenfressers

Schmecken

Wir picknickten an einem schattigen Plätzchen und genossen die angenehme Kühle des Waldes. Unserer Führer Ralph Imstepf war ein sehr motivierter, ökologiebegeisterter Mann, der auch einen Sinn für Humor hatte. Als er uns sagte, wir sollten eine Pflanze probieren, dachten wir uns nichts dabei. Die Pflanze schmeckte jedoch unglaublich bitter und wir hatten lange danach noch einen seltsamen Nachgeschmack auf der Zunge. Wehrmutkraut fördert den Appetit und soll Kopfschmerzen lindern. Heute wird es verwendet, um alkoholische Getränke herzustellen.

Picknick im Wald
Wermutkraut

Riechen

Als wir die trockene Luft gerochen haben, erzählte uns Ralph Imstepf, dass es im Wallis viel weniger regnen würde als im Kanton Freiburg. In Freiburg würde jährlich rund 1000 Liter pro Quadratmeter Niederschlag gemessen werden und im Wallis bloss halb soviel. Aus diesem Grund sieht die Landschaft völlig verschieden aus – wir lernten das Ökosystem Feldsteppe kennen. Beispielsweise lernten wir, wie Pflanzen, welche keine Blätter haben und somit keine Photosynthese machen können, trotzdem überleben: Sie profitieren einfach von der Glukoseproduktion ihrer Nachbarn und lassen sie für sie arbeiten.

Hören

Der Führer hat uns erklärt, wie männliche Vögel mit ihrem Gesang Weibchen anlocken und damit für sich werben. Wir haben gelernt, den typischen Gesang des Bienenfressers wiederzuerkennen.

Tasten

Ralph Imstepf fing mit einem Netz Insekten und Schmetterlinge und erklärte uns die unterschiedlichen Insektenarten. Wir haben von ihm gelernt, dass alle männlichen Edelfalter nur 4 Beine haben. Beim Fangen werden die Insekten nicht verletzt und sie werden nach dem Beobachten immer schnell wieder freigelassen.

Als wir nach mehreren Stunden wieder in Leuk angekommen sind, waren wir alle sehr erschöpft und haben ein Getränk von den Lehrpersonen spendiert bekommen. Bald darauf haben wir uns wieder auf den Rückweg Richtung Freiburg gemacht.

„Alles was im Pfynwald passiert,

bleibt auch im Pfynwald.“ 😉

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