Der dritte Tag unserer Studienreise begann mit dem Besuch im Lac Souterrain von Saint-Léonard, der grösste natürliche unterirdische See in Europa. Mit einem Boot führte uns der Führer durch die Höhle. Da noch andere Besucher auf dem selben Boot waren, begleitete uns der Führer zweisprachig übers Wasser.


Während der Fahrt über den unterirdischen See erzählte der Führer uns vieles über die Entstehung der Höhle. Er zeigte uns auch einige spannende Orte innerhalb der Höhle, wie zum Beispiel der tiefste Punkt des Sees, verschiedene Wasserstände, die der See einst hatte, Regenbogenforellen und einige versteckte „Bilder“ (z.B. ein Herz oder ein Elefant).


Der freundliche und unterhaltsame Führer, mit ausgezeichneten Deutschkenntnissen, präsentierte uns am Ende der Höhle die zwei Religionen des Wallis.
Das Christentum…
…und fast noch wichtiger…
…der Wein !!
Nach einer kühlen, amüsanten Fahrt und dem Muskeltraining für den Führer, begnügten sich einige Schülerinnen und Schüler, sowie die Lehrer, im Souverniershop. Mit Steinen beladen zog uns unser Hunger in die Mittagspause.

Nach der kurzen Pause ging es auf nach Sion. Nachdem unsere Orientierung und die des Navis versagten, erreichten wir schlussendlich das CRR (clinique romande de réadaptation). Einige – respektive zwei – kassierten bei der Hinreise zudem eine saftige Busse. Im CRR angekommen, präsentierte uns Bertrand Léger, der Chef der Forschungsabteilung, die Versicherung der Suva und das Spital. Wir konnten bei einer Führung über das gesamte Gelände viele spannende Gebäude, Abteilungen, Ateliers und Geräte besuchen und betrachten. Er erzählte uns zu einigen Abteilungen was genau sie in diesen Abteilungen oder Ateliers machen und was sie damit beim Patienten erreichen möchten. Anschliessend präsentierte uns Lisa Fleury, eine Postdoktorandin der EPFL, das Projekt des Professors Friedhelm Christoph Hummel, der sich mit dem Erforschen neuer neurotechnologischer Behandlungen befasst. Wir konnten dann an zwei Ateliers teilnehmen und durften einige dieser neuen Behandlungsmethoden ausprobieren.
Im ersten Atelier hat uns der Postdoktorand Pablo Maceira Elvira den sogenannten TrainStim vorgestellt. Mit diesem Apparat wird das motorische Training über die Neuronen untersucht. Dieser Forschungsapparat soll helfen, die Rehabilitation nach einem Schlaganfall und das motorische Lernen bei älteren Personen zu verbessern.


Im zweiten Atelier hat uns die Doktorandin Claudia Bigoni den sogenannten AVanCer vorgestellt. Es handelt sich hierbei um einen motorischen Rehabilitations-Handschuh, der über das Gehirn sowie über einen Roboter gesteuert werden kann. Zusätzlich haben wir das Modelling kennen gelernt, wobei es sich um eine weitere Methode der Rehabilitation motorischer Bewegungen handelt. Das Modelling ist grundsätzlich dafür da, durch die Stimulierung einer Gehirnregion die Verbindung zwischen dem Neuron und dem Muskel wiederherzustellen, zum Beispiel bei gelähmten Personen oder nach einem Schlaganfall. Die Stimulierung erfolgt über eine Elektrodenplatzierung in einer Gehirnregion (Bild: die weisse Kappe). Zusätzlich zu diesen zwei Varianten hat uns Claudia noch ein weiteres Experiment gezeigt, wobei ein Muskel durch elektrischen Strom angeregt wurde, eine Bewegung auszuführen. Das letzte Experiment konnte sogar über das Gehirn einer anderen Person gesteuert werden (hier im Bild, über die Frau mit der Kappe).

Nach einem langen und interessanten Nachmittag gingen wir wieder in unser Hotel in Sierre zurück. Nach kurzer Freizeit marschierten wir mit hungrigen Magen in Richtung Mittelamerika. Ziel: Mexiko! Einige Nachos, Tacos und Enchilladas später schlossen wir unseren Aufenthalt mit mexikanischem Wasser ab 😉
Vergeblich haben einige Schüler versuchten mit Hinweisen („Zahle“ dies … „Zahle“ das … „auso“) die Lehrer darauf aufmerksam zu machen, die Rechnung zu verlangen und gemeinsam den Heimweg anzutreten. Als wir dann das Restaurant verliessen, schmückten die Sterne, Planten und ein Vortrag unseren Nachhauseweg. Mit einem letzten, nicht so scharfen Schnappschuss der ganzen Klasse trennten sich die Wege für den Abend (beziehungsweise Morgen). Einige führten zu Gesprächen mit etwas zum trinken, während andere Wege ins Hotel und zu chaotischen UNO-Spielen steuerten.


